Virtuose des Grauens: 205. Geburtstag des Edgar Allan Poe

Edgar Allan Poe ist einer der bekanntesten amerikanischen Autoren des 19. Jahrhunderts. (Foto: Poe Baltimore)

Er gilt als einer der bekanntesten amerikanischen Autoren seiner Zeit: der Schriftsteller und Literaturkritiker Edgar Allan Poe. Mit seinem Krimi „Der Doppelmord in der Rue Morgue“ wurde er zum Erfinder der Detektivgeschichten und mit schaurigen Erzählungen wie „Der Untergang des Hauses Usher“ lehrte der Virtuose des Grauens Generationen von Lesern das Fürchten. Poes lyrische Werke wie „Der Rabe“ zählen darüber hinaus zu den bedeutendsten amerikanischen Gedichten der Weltliteratur. Heute, am 19. Januar 2014 wäre Poe 205 Jahre alt geworden. In der Capital Region USA erinnern mit dem Poe Museum in Richmond (Virginia) und dem Poe House and Museum in Baltimore (Maryland) gleich zwei historische Einrichtungen an Leben und Werk des Autors.

Stationen im Leben eines gescheiterten Genies
Edgar Allan Poe war noch ein Kleinkind, als seine Eltern – beide Schauspieler – verstarben. Poe wuchs, getrennt von seinen beiden Geschwistern, bei seinem Pflegevater John Allan in Richmond auf. So wurde die Hauptstadt Virginias zur Heimatstadt des Schriftstellers, der immer wieder dorthin zurückkehrte, um dort zu leben und zu arbeiten. Das Poe Museum in Richmond wurde 1922 eröffnet und liefert Besuchern mit verschiedenen Ausstellungen Einblicke in das Leben Poes, das von zahlreichen Schicksalsschlägen geprägt war. Auch die Karriere des gescheiterten Genies, denn Poe genoss zu Lebzeiten nicht zuletzt aufgrund seiner Trinksucht eher zweifelhaften Rum, wird umrissen. Darüber hinaus gibt es Briefe, Manuskripte und Erstausgaben von Poe zu entdecken, darunter der erste Druck der Geschichte „Der Doppelmord in der Rue Morgue“, die 1841 im Graham’s Magazine veröffentlicht wurde. Das Poe Museum in Richmond hat dienstags bis samstags zwischen 10 und 17 Uhr und sonntags zwischen 11 und 17 Uhr geöffnet. Montag ist Ruhetag. Tickets können online für sechs US-Dollar bestellt werden.

Das Poe Museum in Richmond liefert Einblicke in das Leben eines gescheiterten Genies. (Foto: Richmond CVB)

In der Hafenstadt Baltimore lebte Edgar Allan Poe zwischen 1832/1833 und 1835 bei seiner Tante Maria Clemm, zusammen mit deren Tochter und Poes Cousine Virginia Eliza Clemm, die er wenig später heiratete. Das Haus der Clemms, nun Edgar Allan Poe House and Museum, steht Besuchern heute offen. Zwar ist es nicht voll möbliert, dennoch sind mehrere Artefakte aus Poes Leben zu bewundern, darunter sein tragbarer Schreibtisch und ein Teleskop. Das Museum gibt zudem Auskunft über Poes Zeit in Baltimore, die frühen Werke, die dort entstanden sind, sowie über den Tod des Schriftstellers, der Poe 1849 im Alter von nur 40 Jahren in Baltimore unter mysteriösen Umständen ereilte. Während des Winters ist das Poe House and Museum geschlossen (ausgenommen Poes Geburtstag) und kann ab Frühling 2014 wieder besichtigt werden.

Begraben wurde Edgar Allan Poe auf dem Westminster Burial Ground in Baltimore. Zwischen 1949 (also genau 100 Jahre nach Poes Verscheiden) und 2009 legte ein geheimnisvoller Fremder hier jedes Jahr zu Poes Geburtstag nachts eine Flasche Cognac und drei Rosen auf dem Grab nieder. Der Friedhof ist für Besucher täglich von 8 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet.

Begraben wurde Edgar Allan Poe auf dem Westminster Burial Ground in Baltimore. (Foto: Capital Region USA)

Veronika Heibing

Über Veronika Heibing

Veronika Heibing war von 2011 bis 2016 als PR Beraterin bei Claasen Communication tätig. Ihre Schwerpunkte waren Pressearbeit, Online PR und Corporate Publishing.

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