Aktive Auszeit in St. Anton am Arlberg – Teil 1: Vignette, Vallugaaussicht und verwunschenes Verwalltal.

Es ist soweit. Der Urlaub ist gebucht und die Vorfreude groß, in zwei Wochen geht es los. Geplante Abfahrtzeit: 9 Uhr. Schließlich möchte man ja nicht mitten in der Nacht aufstehen, aber auch nicht in den Jahrhundertstau kommen. So der Plan.

Aussicht auf St. Anton am Arlberg

 

Verspäteter Frühstart
Da wir unsere E-Bikes mitnehmen wollten, mussten wir diese am Abfahrtsmorgen aber erstmal fachmännisch auf dem Fahrradträger fixieren (sie sollten nicht unbeaufsichtigt über Nacht schon dran sein). Mit einer halben Stunde Verspätung kamen wir schließlich los, ab auf die A5 in Richtung Süden. Die Euphorie hielt allerdings nicht lange, der erste Stau nahte bereits. Lag wohl am Samstag, der Ferienzeit und unserem späten Start.

Insgesamt verbrachten wir dann schließlich doch mehr Zeit als uns lieb war in Staus, was sich auch auf der A8 nicht ändern sollte. Bei Ulm wechselten wir schließlich auf die Landstraße, um wenigstens ein Gefühl von Vorankommen zu haben, auch wenn wir dadurch einen Umweg in Kauf nahmen.

Es lebe die Digitalisierung!
Endlich am Grenzübergang Österreich angekommen, konnten wir das erste Mal die digitale Vignette testen. Definitiv eine große Empfehlung, da man lediglich das Autokennzeichen hinterlegt und nicht mehr das klebrige Ding auf der Autoscheibe befestigen muss. Die nächste Mautherausforderung ließ mich aber erstmal ratlos vor dem Automaten stehen. Dieser fragte mich, ob ich noch weitere Mautstrecken für bestimmte Tunnel kaufen möchte. Ganz oben auf der Liste stand der Arlbergtunnel. Da unsere Reiseziel Sankt Anton am Arlberg war, schien es auf den ersten Blick erstmal so, dass wir diese Maut ebenfalls benötigen würden. Auf einer digitalen Karte konnte ich mich vergewissern und kaufte nun auch diese Streckenmaut. Eine einfache Tunneldurchfahrt kostet 10,50 Euro, wohingegen die österreichweite Autobahnmaut für zehn Tage lediglich 9,50 Euro kostet. Aber gut, wir waren lange unterwegs und wollten nun so schnell wie möglich in unser Hotel.

Mit dem digitalen Ticket konnten wir eine Art Schnellspur hinter dem Tunnel nutzen, mussten kein Kleingeld zusammenklauben und in den Automaten werfen, sodass wir kurze Zeit später endlich auf dem Parkplatz des Hotels Schwarzer Adler in Sankt Anton standen. Erst im Nachhinein fanden wir heraus, dass man auch ohne die teure Tunnelmaut ans Ziel kommt. Dafür einfach auf der Autobahn bei Langen am Arlberg abfahren, und nach einem kurzen Serpentinenstück über Stuben gelangt man ebenfalls nach Sankt Anton.

Zuhause im Schwarzen Adler
Im Hotel angekommen, bezogen wir unser schönes Zimmer, packten die zig Taschen aus und parkten unsere Fahrräder in der eigens dafür zur Verfügung gestellten, abgeschlossenen Garage. Der Vorteil: Zugang zur Garage hat man nur zusammen mit einem Rezeptionsmitarbeiter, daher sind die Fahrräder doppelt geschützt.

Abendessen im Hotel Schwarzer Adler

Dessert im Hotel Schwarzer Adler

Beim Abendessen kam dann so richtig Urlaubsfeeling auf: nicht überlegen müssen, was es abends zu essen gibt und nicht einkaufen müssen. Stattdessen sich an einen gedeckten Tisch setzen und aus einem 5-Gänge-Menü die leckeren Gerichte auswählen – ein Traum.

Erkundungstour und erste Bergfahrt
Am zweiten Tag wollten wir nun los, auf in die Berge. Das Wetter ließ leider zu wünschen übrig – es regnete. Also begannen wir den Tag mit einer Erkundungstour in der Fußgängerzone. Trotz Sonntag hatten die meisten Sportbekleidungsgeschäfte offen und so konnte sich mein Freund noch eine Badehose kaufen, da er seine zuhause vergessen hatte. Schließlich hat unser Hotel einen Indoor- sowie einen Skypool, und jeden Mittwochabend steht Late-Night-Schwimmen auf dem Programm.

Aussicht auf der Mittelstation der Valluga-Seilbahn

Das Wetter besserte sich zum Glück und so entschieden wir uns, mit der Gondel zum höchstmöglichen Punkt zu fahren: auf die Valluga. Wenn man mehr als vier Nächte im Hotel Schwarzer Adler bleibt, erhält man nicht nur die Sommerkarte der Region gratis, sondern auch kostenlose Bergbahnfahrten für den kompletten Aufenthalt. Daher wäre es auch nicht schlimm, wenn man auf den Berg fährt und oben feststellt, dass das Wetter schlecht und die Aussicht nicht vorhanden ist.

Valluga – 360-Grad Bergpanorama
Doch wir hatten Glück und konnten nach der Gondelfahrt mit der Galzigbahn die erste Aussicht von oben genießen. Um nun auf die Valluga zu kommen, mussten wir mit einer weiteren Gondel fahren und im Anschluss für die letzten 200 Höhenmeter eine – auf mich zunächst wenig vertrauenerweckend wirkende – Minigondel betreten.

Valluga Seilbahn

Ich war kurz davor, an der Mittelstation zu bleiben, habe mich aber dann doch getraut. In der Gondel muss man stehen, Sitzplätze sind Fehlanzeige. Sie ist sehr klein und es passen maximal vier Personen rein. Habe ich schon erwähnt, dass sie aus dem Jahr 1955 stammt, entsprechend altertümlich aussieht und der Blick nach unten seeehr tief geht?

Aussicht auf der Valluga oben

Wie auch immer, wie sind gut oben angekommen und konnten einen tollen 360-Grad-Rundumblick auf die Berge genießen. Im Anschluss fuhren wir wieder hinunter und schossen Fotos im Schnee, der hier ungewöhnlicherweise auch noch Ende Juli zu finden war.

Fahrradtour ins verwunschene Verwalltal
Von 15 bis 17 Uhr gibt es jeden Tag im Hotel Kaffee und Kuchen. Das ließen wir uns heute nicht entgehen, da das Frühstück schon etwas zurücklag. Frisch gestärkt wollten wir den restlichen Nachmittag noch nutzen und entschieden uns für eine Fahrradtour ins Verwalltal. Nachdem wir erst den falschen Weg genommen hatten und uns wunderten, warum die Spur immer schmaler und unebener wurde, kehrten wir um und fanden schließlich doch noch den richtigen Einstieg ins Tal. Nun ja, die Beschilderung lässt öfter mal zu wünschen übrig…oder wir finden die Startpunkte einfach nie.

Nun auf der richtigen Straße ging es auf breiten, geteerten Wegen hinein ins Verwalltal. Es war trotz (oder gerade wegen der tiefhängenden Wolken) sehr schön, verwunschen und märchenhaft. Parallel zum Fluss führt der Weg immer weiter bergauf, aber keinesfalls steil, bis zur Konstanzer Hütte. Dort drehten wir um und machten auf dem Rückweg noch einen Abstecher an der kleinen Hängebrücke am Verwallsee. Trotz des unbeständigen Wetters war es ein sehr schöner und ereignisreicher Tag.

Morgen wollten wir dann eine etwas größere Wanderung zu einem Bergsee machen. Eine Fahrradtour zur Darmstädter Hütte stand auch noch auf dem Programm. Mehr dazu im zweiten Teil.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.