Ein Tag in Annapolis – Segelhauptstadt der USA

Wer kennt das nicht: Man hat endlich Urlaub, entscheidet sich frohen Herzens für ein Reiseziel und möchte, in der oft nur kurzen Zeit, so viel sehen wie nur möglich. Ohne die richtige Vorbereitung und Tipps aus dem Internet oder von Freunden fällt es schwer, stressfrei einen schönen Sightseeing-Tag zu erleben. Mit der neuen Reihe „Ein Tag in…“ gibt das Claasen Team Anregungen, um Städte an einem Tag kennen zu lernen – natürlich selbst und mit eigenen Erfahrungen erprobt! Im ersten „24-Stunden-Trip-Tipp“ geht es nach Amerika, genauer gesagt nach Annapolis in die schöne Hauptstadt des US-Bundesstaates Maryland und Segelhauptstadt der USA. Doch von Großstadtgewusel keine Spur – kleine Häuser rund um den Hafen, gemütliche Restaurants und Bars, eine Einkaufsstraße und ein Stück Unbeschwertheit warten hier auf Besucher.

Chick and Ruth's Delly (Foto: Maria Greiner)

8:15 Uhr Frühstück im Chick & Ruth’s Delly
Zum ausgiebigen Frühstück locken die Besitzer Ted und Beth Levitt ins Chick & Ruth’s Delly. Ein typisch amerikanisches Diner: voll bis oben hin, eine offene Küche direkt hinterm Tresen und etwas klebrige Tische. Jeden Morgen um 8.30 Uhr (am Wochenende um 9.30 Uhr) schwören alle mit Blick zur amerikanischen Flagge ihrem Land Loyalität und Treue – eine Tradition. Die Karte ist so umfangreich, allein für die Auswahl des Frühstücks braucht man fast Stunden:  Meine Wahl fällt ganz klassisch auf Pancakes. Drei Stück. Das müsste doch zu schaffen sein? Circa 20 Zentimeter Durchmesser und einen Zentimeter dick sowie mit großen Schokoladenstücken versehen – absolut köstlich, jedoch auch mit dem größten Hunger nicht zu bewältigen. Ted kennt fast jeden seiner Gäste persönlich und macht von Tisch zu Tisch seine Runde, um die neuesten Informationen aus der Stadt zu erfahren, Seelsorger zu sein oder zu wissen, wer das neue Gesicht im Laden ist (so wie ich ;-)). Er erzählt mir, dass er neben der Bilanz von elf erfolgreichen Verkupplungen und einer Hochzeit sich auch für Kriegsveteranen aus der Region mit Geld- und Sachspenden engagiert.

Maryland State House (Foro: Maria Greiner)

9:30 Uhr Stadtführung
Ob auf eigene Faust oder bei einem geführten Stadtrundgang – Annapolis sollte man unbedingt zu Fuß erkunden. Es gibt Führungen durch den historischen Teil der Stadt mit im Kolonialstil gekleideten Stadtführern, die einige spannende Geschichten erzählen. So führt der Weg zwangsläufig zum Maryland State House. Im Regierungssitz mit Holzkuppel hat einst George Washington vor dem Kongress seinen Oberbefehl über die Kontinentalarmee niedergelegt. Ein Fußmarsch durch die umliegenden Straßen unterstreicht die reiche Historie der Stadt: Kleine Häuser eng aneinander gebaut, alle im gleichen Stil, jedoch jedes farblich anders gestaltet. Ebenfalls besuchen sollte man eines der schönsten Wahrzeichen in Annapolis: das William Paca Haus mit angrenzendem acht Hektar großen Garten in der Prince George Street. Der Wohnsitz von William Paca, der für Maryland die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten unterzeichnete und damit einer der amerikanischen Gründerväter ist, wurde restauriert und mit Möbelstücken aus der damaligen Zeit eingerichtet. Der Garten ist wunderschön angelegt und ein romantischer Ort für Hochzeiten.

Kleine Boote, große Yachten - der Hafen von Annapolis (Foto: Maria Greiner)

11:00 Uhr Hafenrundfahrt mit der Harbor Queen
Für eine Erholungspause – ohne gleich kostbare Zeit zu verlieren – sorgen die 40-minütigen Hafenrundfahrten mit der Harbor Queen. Hier bekommt man einen fantastischen Blick auf den gesamten Inner Harbor und die Küstenregion der Stadt. Wieder festen Boden unter den Füßen fällt am Hafen das „Kunta Kinte – Alex Haley Memorial“ auf. Bekannt geworden ist die Geschichte um Kunta Kinte durch das Buch „Roots“, in dem Schriftsteller Alex Haley die Ankunft seines angeblichen afroamerikanischen Vorfahren in Annapolis zur Zeit der Sklaverei erzählt. Das Monument zeigt wie Alex Haley aus einem Buch vorliest und drei Kinder unterschiedlicher Abstammung auf dem Boden sitzen und gespannt seinen Geschichten lauschen. Da möchte man sich am liebsten dazu setzen…

Architektonische Highlights in der U.S. Naval Academy (Foto: Maria Greiner)

12:30 Uhr U. S. Naval Academy
Männer und Frauen in schneeweißer Uniform – für viele der Hauptgrund einen Blick in die berühmte Naval Academy zu werfen. Und das ist auch gar nicht so schwierig, denn hier kann sich jeder mit gültigem Personalausweis am Empfang anmelden und sich entweder einer Führung anschließen oder allein auf Entdeckungstour begeben. Neben den Uniformierten gibt es eine Menge architektonischer Highlights, darunter die Bancraft Hall, das zweitgrößte und wahrscheinlich interessanteste Studentenwohnheim der Welt, mit Memorial Hall, wo detailreiche Bilder an den Wänden einiges über die Kriegsgeschichte erzählen. Einen Abstecher in das  U. S. Naval Academy Museum, das sich über zwei Etagen erstreckt, lohnt sich ebenfalls. Es beherbergt eine  große Sammlung von historischen Schiffsmodellen, von denen einige aus Tierknochen hergestellt wurden.

Hunderte kleine, bunt bemalte Löffel hängen von der Decke der Annapolis Ice Cream Company (Foto: Maria Greiner)

15:00 Uhr Annapolis Ice Cream Company & Shopping
Für eine Abkühlung sorgt die Annapolis Ice Cream Factory. Täglich 36 Sorten – immer wechselnd und frisch hergestellt – sind seit acht Jahren in Annapolis das Maß aller Dinge: Vanilleeis gemischt mit frisch gebackenem Apfelkuchen oder Brownieteig, gesalzenes Karamell- oder Schokoladen-Orangen-Eis sind nur einige der kalten Highlights. Die Entscheidung fällt schwer. Übrigens kann man sich hier auch seine eigene Geschmacksrichtung mischen lassen, aber natürlich nur, wenn eine bestimmet Menge abgenommen wird. Gut gestärkt, geht es weiter auf die Hauptstraße von Annapolis, die mit vielen kleinen Läden zum Shopping einlädt. Witzige T-Shirts, Schmuck, Bücher: Hier gibt es alles zum Stöbern und Kaufen.

Der beste Platz bei Pusser's Caribbean Grille (Foto: Maria Greiner)

19:00 Uhr Abendessen Pusser’s Caribbean Grille
Ein Hochgenuss an der Chesapeake Bay sind die Krabben – und diese sind hier blau! Jedenfalls frisch gefangen, denn erst beim Kochen wechseln sie zur bekannt roten Farbe. Im Pussers’s Caribbean Grille sorgen Crab-Dip, angereichert mit Pfeffer, Zwiebeln, Tomaten und Käsecreme, und die traditionellen Crabcakes mit frischen Kräutern nach einem Rezept von 1890, gedünstetem Gemüse, Reis und schwarzer Bohnen-Sauce für ein deftiges Abendessen. Wer früh kommt, kann direkt einen Tisch am Wasser belegen und so die in den Hafen einlaufenden Boote beobachten. Ein würdiges Finale für einen aufregenden Tag in Annapolis!

Maria Greiner

Über Maria Greiner

Maria Greiner gehört seit 2012 zum Team von Claasen Communication und ist seit 2017 Geschäftsführerin.

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